Containerhäuser – innovative Baukunst

iba dock schwimmendes containerhaus iba hamburg 303x440 - Containerhäuser - innovative BaukunstWohnraum ist knapp. Baugrundstücke sind teuer. Auch das Bauen wird nicht billiger, da die Rohstoffe aufgrund der hohen Bautätigkeit stark frequentiert werden. Sicherlich sind Baukredite zur Zeit noch günstig. Aber wie lange wird sich dies noch so halten? Vielleicht sollte man nach einem Plan B suchen, um dennoch über die eigenen vier Wände verfügen zu können. Wie praktische wäre ein kleines Heim, das bei Bedarf auch mit einem umziehen könnte. Verschiedene Optionen stehen hier zur Verfügung: Tiny-Houses, Bauwagen und Container-Häuser.

Ja, richtig gehört " Containerhaus! Sie sind klein, aber fein und zudem mobil. Sie können erweitert oder auch verkleinert werden, ganz wie Sie es benötigen. Wie revolutionär sind sie tatsächlich?

Was genau ist ein Containerhaus?


Um ein Containerhaus zu bauen, werden mehrere Seefrachtcontainer benötigt. Für die ganz kleinen Containerhäuser wird sogar nur ein einziger verwendet. Diese Art des Baus ist auch unter dem Begriff „Modulhaus“ bekannt. Zu diesem Zweck stehen sowohl neue, als auch ausgediente Seefrachtcontainer zur Verfügung. Letztere werden selbstverständlich zunächst aufgearbeitet, um den Anforderungen standhalten zu können.

Die Idee entstand tatsächlich über das Upcycling, sodass man sowohl autark als auch mobil wohnen konnten. Mittlerweile ist man jedoch vom 1-Container-Haus zu Mehr-Componenten-Häusern übergegangen. Nicht nur Wohnraum wird mit den Containerhäusern geschaffen. Auch Bürohäuser, Kindergartengruppen und Schulklassen finden mittlerweile Raum in den Containerhäusern.

Der Vorteil eines Containerhauses liegt klar auf der Hand: Innerhalb von sechs bis acht Wochen kann das Haus vollständig erreichtet sein, sodass „nur“ noch der Innenausstatter seiner Arbeit durchführen muss.

Kann das wirklich gut gehen?


Die klare Antwort auf diese Frage ist „JA“. Denn mittlerweile gibt es nicht nur die Tiny-House-Variante, die aus einem einzigen Container besteht. Sicherlich ist sie das ursprüngliche Containerhaus und wird immer noch recht häufig aufgestellt. Mittlerweile aber wird zum Beispiel für Familien ein Containerhaus aus mehreren Containern konzipiert oder auch ein Reihenhaus zusammengestellt, dass ebenfalls aus diversen Containern besteht. Diese können in unterschiedlichen Arrangements und verschiedenen Farben zusammengesetzt werden. Lässt der Architekt hier seine Phantasie spielen, wird man zwar noch sehen können, dass es sich um einen Container handelt, es aber irgendwie dann doch nicht registrieren. Derart schön kann nur mit dem nötigen Wissen um die Containerhäuser ein solches Haus auch sofort erkannt werden.

Machen Sie sich Gedanken darüber, ob Sie mit diesem Haus mobil bleiben möchten oder ob Sie den Container fest auf einem Grundstück errichten möchten. Im letzteren Fall ist es zwingend notwendig, eine Bodenplatte aus Beton unter dem Container zu fertigen, wie bei einem regulären Haus auch. Nach der Fertigung sollte die Bodenplatte 2 Wochen austrocknen. Diese Zeitspanne sollte eingehalten werden.

Das mobile Modell wird auf einen Trailer gestellt, der im Zweifelsfall für die notwendige Stabilität nach Unten sorgt. Dadurch ist es notwendig, eine Treppe zu etablieren, um den Container betreten zu können.

Die Dämmung und die Belüftung

Egal wie das Containerhaus aufgestellt wird, ist schon zu Beginn der Planungsphase über die Dämmung und die Belüftung nachzudenken. Schließlich ist beides in einem regulären Seefrachtcontainer nicht vorhanden. Es versteht sich von selbst, dass auch ein Containerhaus gemäß Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) isoliert werden muss. Bei der Bauabnahme wird dies natürlich genauestens kontrolliert. Auch die Brandschutzvorschriften sind einzuhalten. Hier gilt die Brandschutzklasse 30.

Nichts ohne Genehmigung beginnen

Für jedes Haus wird eine Baugenehmigung benötigt. So also auch für das Containerhaus. Auch wenn es zunächst unlogisch erscheint, sind für diese Häuser die gleichen Voraussetzungen zu erfüllen wie für reguläre, herkömmliche Häuser.

Auch wenn das Containermodul im Zuge eines Umbaus an ein „normales“ Haus gesetzt wird, ist wie für jeden Anbau eine Genehmigung notwendig. Allerdings ist es mit dem Containermodul einfacher, die Zimmeraufteilung bzw. die Gesamtausstattung zu kreieren.

Um die Baugenehmigung zu erhalten, sollte zunächst einmal herausgefunden werden, wie man in der Gemeindevertretung bzw. dem Bauamt über Containerhäuser denkt. Zwar sollte man annehmen, dass die Mitarbeiter des Bauamtes über derartige Häuser mittlerweile informiert sein sollten. Aber man darf dabei nicht vergessen, dass jede Baugenehmigung unter anderem prüft, ob das geplante Haus auch optisch in das Straßenbild passt. Gerade in recht traditionell ausgerichteten Gemeinden könnte es daher Anfangsschwierigkeiten geben. Allerdings zeigen diese meist nur auf, dass sich hier noch niemand intensiv mit den Containerhäusern beschäftigt hat. Denn auch ein Containerhaus kann eine individuelle Fassade erhalten, sodass man beim ersten Anblick keinen Container dahinter vermutet. Insbesondere die Baufirmen, die sich ausschließlich diesen Häusern widmen, werden bestätigen können, dass in puncto Fassade sehr viele Optionen offenstehen. Auf diese Weise kann das Containerhaus dem Ortsbild angepasst werden. Und vermutlich wird es keiner merken, wenn er den Aufbau nicht selber beobachtet hat.

Wie sieht es mit den Kosten aus?


Die Containerhäuser sind aufgrund ihrer Baumaterialien wesentlich günstiger als solide Häuser und auch Holzhäuser. Gehen wir von der kleinsten Containerwohneinheit aus, die bewohnbar ist, kann von einer Gesamtsumme von 15.000 bis 20.000 EURO ausgegangen werden. Dies bezieht sich allerdings auf eine Einheit, die noch keine Isolierung, keine sanitären Anlagen, keine Elektronik besitzt. Wird diese eingerechnet, kann mit dem Doppelten gerechnet werden. Die Lieferung und das Aufstellen sind bereits inbegriffen, die Bodenplatte allerdings noch nicht. Natürlich ist alles davon abhängig, ob Sie das Containerhaus schlüsselfertig von einer spezialisierten Firma kaufen möchten oder ob ein Teil des Containerausbaus in Ihren eigenen Händen liegt. Wie bei jedem Hausbau lässt sich mit viel Eigeninitiative viel Geld sparen.

Vorsicht aber vor den Online-Rechnern. Sie gehen von standardisierten Preisen aus. Diese sind natürlich nicht zwangsläufig für jeden Anbieter zu halten. Daher ist es sinnvoll, gerade wenn viel Eigenarbeit in das Projekt gesteckt werden soll, die einzelnen Komponenten direkt bei Lieferanten anzufragen. So hat man die konkreten Kosten und ist vor unangenehmen Überraschungen gesichert. Dennoch ist es sinnvoll, sich von einem Architekten beraten zu lassen, auch wenn dieser gewissermaßen „nur“ die Bauleitung übernimmt.

Fazit


Das Containerhaus ist eine gute Alternative zum kleinen Bungalow, zum Tiny-Haus, aber auch als Modulhaus durchaus denkbar. Es gibt viele Optionen, dass niemand merkt, dass es sich um einen Container handelt. Die Möglichkeiten, die Außenwände zu gestalten sind sehr vielfältig, sodass man auch in eher konservativ ausgerichteten Gemeinden nach Fertigstellung des Haues überhaupt nicht mehr bemerken wird, dass Container zum Einsatz gekommen sind. Die Kosten allerdings werden grundsätzlich niedriger als bei einem Massiv- oder Holzhaus.